Der Algorithmus bringt die Geschenke

Interview im AUTOINSIDE, das monatliche auflagenstärkste Fachmagazin im Schweizer Autogewerbe mit mehr als 12000 Auflagen.

Die Feiertage sind vorbei. «Endlich!», wird sich der eine oder die andere dabei denken. Zum Geschenkestress im familiären Bereich kommt für viele Unternehmer noch die knifflige Suche nach einem passenden Präsent für gute Kunden.

Den edlen Rum für einen Abstinenzler? Exklusives Bündnerfleisch für eine Vegetarierin? Ein hübsches Feuerzeug für einen Nichtraucher? Die Chance, mit durchaus gut gemeinten Präsenten voll daneben zu greifen, sind mannigfaltig.

Hier kommt das Startup-Unternehmen Loyaltom ins Spiel. Die junge Zürcher Firma bietet online einen individuellen, personalisierten Geschenkeservice an. Die Idee: Nicht mehr das Christkind oder das Bauchgefühl entscheidet, was zu Weihnachten unter der Tanne oder zum Geburtstag im Postfach liegt, sondern ein kühl rechnender Algorithmus. Als willkommener Nebeneffekt» erspart die Software dem ohnehin schon ausgelasteten Geschäftsmann oder Kundenberater das aufwändige Durchforsten von Geschenkeshops – eine nicht zu unterschätzende Zeitersparnis.

«Wann hast du deinen Kunden das letzte Mal dazu gebracht, sich besonders zu fühlen?», fragt «Loyaltom» auf seiner Website und verspricht massgeschneiderte Geschenkideen: Massgeschneidert für den Schenkenden, abhängig vom Budget, und massgeschneidert für den Beschenkten, abhängig von seinen Vorlieben und Interessen. «Loyaltom ist ein Algorithmus, der versteht, was Ihre Kunden wollen», erklärt Gründer und CEO Gian Filippo Floriddia.

Einzige Bedingung: Der Algorithmus benötigt einige Angaben zum Beschenkten. Aus diesen Daten generiert die Software drei Geschenkideen. Mit einem Klick entscheidet sich der Unternehmer für eine der drei Varianten, den Rest übernimmt dann wieder «Loyaltom»: Beschaffung, Verpackung, Grusskarte, Lieferung. Dabei steht nicht nur das richtige Geschenk im Fokus.

«Wir suchen ständig nach neuen Produkten und Ideen aus Bereichen wie Kunst, Design, Technologie, Gesundheit und so weiter», erklärt Gian Filippo Floriddia. Derzeit beschäftigt der Jung-Unternehmer vier Mitarbeitende: zwei Software-Entwickler und zwei Produktmanager. Dabei sorgt die Software nicht nur für die passenden Präsente, sondern erinnert den Geschäftsmann auch an bevorstehende Geburtstage, Jubiläen oder sonstige Gelegenheiten, die Kundenbeziehung mit einem Geschenk zu vertiefen.

AUTOINSIDE online lesen: https://www.agvs-upsa.ch/de/agvs-medien/autoinside/januar-2019


Interview

Herr Floriddia, in zwei Sätzen: Was ist ein gutes Geschenk?

Gian Filippo Floriddia, CEO Loyaltom: Ein gutes Geschenk ist wie ein Kunstwerk. Ist es das richtige Geschenk, vermittelt es positive Emotionen – und zwar jedes Mal, wenn Sie es berühren, sehen oder benutzen.

Ihr Startup-Unternehmen hat sich auf personalisierte Geschenke spezialisiert. Braucht es diese Personalisierung? Reicht die gute Flasche Wein oder die Box mit Pralinen heutzutage nicht mehr?

Es ist nicht etwa so, dass bei uns Wein und Schokolade auf der schwarzen Liste stehen! Wichtig ist, dass dahinter eine Geschichte steht und dass Sie als Unternehmer diese Story zum Ausdruck bringen – beispielsweise mit der perfekten, persönlichen Grusskarte. Am Ende des Tages ist der Gedanke und die Pflege eines personalisierten Geschenks das, worauf es ankommt. Ein passendes Geschenk geht direkt in die Herzen Ihrer Kunden.

Welche Kunden soll ein Garagist mit einem Präsent beglücken? Aus welchem Anlass und wie oft?

Wir überlassen die Verkaufsstrategie jedem Verkäufer. Wir empfehlen jedoch, ab und zu kleine personalisierte Geschenke zu machen, und das nicht nur zum Geburtstag oder zum üblichen Jubiläum. Überraschen Sie Ihre Kunden!

Was darf ein passendes Geschenk kosten? Gibt es hier Faustregeln?

Unsere Geschenke beginnen bei einem Minimum von 30 Franken. Verfügen Sie über ein Budget von 100 Franken, schlägt das System einige sehr kreative Möglichkeiten vor.

Sie sind auch für Banken auf dem Platz Zürich tätig: Gibt es hier Trends zu beobachten, was diese Banken ihren «high value»-Kunden schenken?

Das ist sehr relativ. Unser Algorithmus versteht, was Ihr Kunde möchte, und schlägt Ihnen drei einzigartige passende Geschenke vor, die von den Vorlieben Ihres Kunden abhängen. Hier ein kleines Beispiel: Ein Kundenberater einer bekannten Schweizer Bank konnte dank einer kleinen, aber besonderen Vase für gerademal 80 Franken einen Kunden mit grünem Daumen und Leidenschaft für die Gartenarbeit überraschen. Dieser Kunde war von der Geste so berührt, dass er seinen gesamten Vermögenswert von seiner vorherigen Bank zur neuen Bank verlegte!

Zum Schluss eine persönliche Frage: Viele Leute tun sich schwer mit Geschenken. Steht ihr Service auch Privatkunden offen?

Eigentlich war das System zu Beginn nur für Privatpersonen respektive Paare gedacht. Schliesslich aber begannen mehrere Unternehmen, sich für «Loyaltom» zu interessieren, weil es ihnen zeitraubende Probleme löst. Daher haben wir uns entschieden, im Moment nur auf B2B zu setzen.